INHALTE DER AUSGABE 1/10 IN KÜRZE!
____ INAHLTE DER AUSGABE 3/2009 Die perfekte AlltagscigarreWas ist eine perfekte Cigarre für den Alltag? Eine schwierige Frage, die naturgemäß nur jeder für sich beantworten kann. Wir haben mit diesem Tasting eine Annäherung versucht. Der tägliche Griff in den Humidor verlangt dem Cigarrenliebhaber einiges ab. Generelle Vorlieben, die Tageszeit, die persönliche Verfassung, eine vorangegangene Mahlzeit, das begleitende Getränk und zahlreiche andere Kriterien beeinflussen die Entscheidung. Ein Rauchgenuss, der immer wieder und Tag für Tag für Stimulus unserer Geschmacksnerven sorgen soll, ist schwierig zu finden. Das Budget spielt dabei sicherlich eine große Rolle; allerdings ist die finanzielle Reizschwelle der Cigarrengenießer so unterschiedlich wie ihre Geschmäcker. Die perfekte Alltagscigarre wird wahrscheinlich nicht gerade die teuerste im Humidor sein. Sie muss aber auch nicht in der untersten Preiskategorie angesiedelt sein. _____  Ich rieche Geld
Swedish Match AB, die Nummer Zwei im internationalen Cigarrenmarkt, bereitet sich auf eine der größten Herausforderungen in der 94-jährigen nternehmensgeschichte vor: das Ende des US-Handelsembargos gegen Kuba. Lennart R. Freeman hat klare Ziele vor Augen … NachderReorganisationdes schwedischenKonzerns im November 2008istLennart R. Freeman quasi der zweitmächtigste Mann im weltweiten Cigarrenbusiness. Als Präsident von Swedish Match International (SMI), einer von der Divisionen des Swedish Match (SM) Firmenkonglomerats, dirigiert er neben dem ursprünglichen Kerngeschäft mit Streichhölzern und Einweg-Feuerzeugen derMarkeCricket auch die gesamteCigarrenproduktion des Konzerns sowie den Löwenanteil an Distribution und Verkauf. Er führt 80 Prozent aller Konzernmitarbeiter an, das sind mehr als 10.000Menschen weltweit.
_____ Das Ende einer Ära„Das Ende einer Ära” – die Redewendung war kaum jemals angebrachter als bei Daniels Pensionierung nach 34 Jahren bei General Cigar. Daniel Nuñez war das ersteMitglied seiner Familie, das die Universität besuchte. Er verbrachte seine ersten zwei Stunden in den Vereinigten Staaten auf einer Rolltreppe – fuhr rauf und runter –, da er vorher noch nie eine gesehen hatte. Bei seiner Ankunft sprach er kein Englisch. Trotzdem studierte er Agrarwissenschaften und war darin sehr erfolgreich. Als er 1972 in die Dominikanische Republik zurückkehrte, begann er für das dortige Tabakinstitut zu arbeiten. Durch seine Arbeit begegnete er Edgar Cullman Sen., späterer Vorsitzender von General Cigar. Cullman meinte: „Junger Mann, ich werde einen Tabakmenschen aus Ihnen machen“. Jeder Passionado kennt seine Fotografien, und doch hat kaum einer je seinen Namen wahrgenommen. Cigarrenmagazine ohne seine Werbesujets sind schier unvorstellbar. Und auch wenn es um die Illustration einer wichtigen Story geht, hat Manny Iriarte den „heißen Draht“ zu den Herstellern. Er ist (im Sinne desWortes) der Shooting Star der Fotografen rund um das braune Gold. Für das European Cigar Cult Journal hat er die aktuelle Titelstory illustriert – mit ein Grund, warum ein Blick hinter die Kulissen für den Konsumenten durchaus aufschlussreich ist. _____Cigarren 2.0Cigarrenhersteller, Fachhändler und einschlägige Verbände bedienen sich zunehmend sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter, um mit igarrenliebhabern aus aller Welt in Verbindung zu treten.
Über Produkte und Neuheiten zu berichten ist leicht, aber können neueMedien auch Umsätze oderMitgliederzahlen ankurbeln und Images polieren? Werden Podcasts, Online-Foren & Co. die Cigarrenmagazine ablösen? Cigarmony, dasOnlinebusiness von Mark Neff, hebt sich durch persönlichen Service unter Zuhilfenahme von Facebook ab. „DerHauptvorteil von Facebook besteht darin, dass die Kunden mich persönlich kennen lernen, nicht nur das Unternehmen Cigarmony.com“, sagt Neff. „Facebook ermöglicht Interaktion, zwar nur online, dafür aber schnell und informell. So kommt es zur persönlichen Ansprache des Kunden, von der mein Geschäft lebt.“ Jason Nelson hat kürzlich in Australien Perdomo Cigars lanciert und nutzt Facebook für denMarkteintritt. Seine Erfahrungen waren überwältigend positiv. „Ich war überrascht vom Interesse und von der Vielzahl anMenschen, die unserer Facebook-Gruppe so schnell beigetreten sind. Auf dieseWeise kann ich sowohl Interessenten persönlich betreuen als auch Events, Tastings und Werbeveranstaltungen einem enorm großen Publikumskreis bekannt machen.“
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Die Rahmen der Online-Medien sprengen
Bob McDuffy und Dale Roush strahlen eine ansteckende Gemütlichkeit aus. Sie widersprechen einander, machen Witze, unterhalten sich mit Zuhörern und lassen es sich einfach gut gehen. Ihnen zuzuhören gleicht einer Diskussionsrunde unter Freunden im Pub oder im Cigarrengeschäft. Regelmäßig jede Woche zeichnen sie ihren Podcast auf (s. ECCJ 2/2007) – seit fünf Jahren ihr Rezept für steigende Hörerzahlen. Noch als das Podcasten in den Kinderschuhen steckte, unterbreitete Bob seinem Langzeitfreund Dale die Idee einer Show. Dale fühlte sich beim Gedanken, „on air“ zu gehen, zunächst nicht recht wohl, aber das ist eindeutig verklungen. Was einst ein Experiment war, heißt jetzt Dogwatch Cigar Radio.
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CARLOS QUINTANA Rituale aus archaischen Welten
Die Haare trägt er zumPferdeschwanz gebunden wie Salvador Dalí, und auch seine provokanten Inszenierungen erinnern an den Meister des Surrealismus. Unvermutet beißt Carlos Quintana den Kopf seiner Cigarre an, spuckt den Tabaksaft ungeniert auf die Leinwand und benutzt ihn als Farbe. Mit bloßen Fingern malt er dann kurios geschwungene Buchstaben – free, das englische Wort für frei. Aber warum schweben sie wie Musiknoten im Raum? „Das ist ein sonido, einmalerischer Klang“, beschreibt er seine „Action Art“ und setzt zu einem teuflischen Grinsen an. Carlos Quintana ist ein international gefragter Künstler, seit vielen Jahren stellt er in aller Welt aus.
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Punkrock-Cigarren – Illusione
Dion ist ein Westküsten-Punk-Rocker, der Cigarren leidenschaftlich liebt. In Reno, Nevada, stellte Dion sein Dasein als Musiker hinten an, wurde Teilzeitrocker und dafür Vollzeitzigarrenhändler. „Fumare“, sein Tabakfachgeschäft, wird von Besuchern als die „beste Cigarrenlounge in Reno“ beschrieben. Aber „Fumare“ ist lediglich der Beginn von Dions Reise in die Welt des Tabaks. Als Händler wollte Dion immer eine Cigarre speziell für seinen eigenen Geschmack kreieren. Über seinen Tabak-business kam er ins Gespräch mit vielen Cigarrenherstellern und Tabakanbauern; die Tabakleute in Aganorsa in Zentralamerika lernte er besonders gut kennen.
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Seltene Fundstücke
Gerry Stonhill hatte ich dreiMonate vor diesem Dinner im Hotel Nacional in Havana kennengelernt. Er ist ein groß, gut gebaut, weißes Haar und selten ohne seine strahlend roten Socken anzutreffen. In Kuba hatte mir eine Gruppe britischer Habanos-Liebhaber versichert, dass Gerrys Restaurant einzigartig – ein Muss. Damals hatte ich keine Vorstellung, was für ein Kleinod „TheMason Arms“ ist, aber ich sollte es bald herausfinden.
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In den gelben Villen
INTERVIEW MIT BUENAVENTURA JIMÉNEZ SANCHEZ-CAÑETE
Der Habanos-Hauptsitz ist eine Gruppe von gelben Villen in tropischem Stil in Miramar, einem Vorort Havannas. Diese Häuser für finanzstarke Geschäftsmänner von einst sind nun mit einer fachkundigen Belegschaft belebt – hinter Schreibtischen in ergonomisch gestalteten Bürosesseln.
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Der stille Partner
El Instituto de Investigaciones del Tabaco, das Institut für Tabakforschung, ist für die Herstellung von kubanischen Cigarren, vom Saatgut bis zu den endgültigen Blends, unverzichtbar. Es hat seine eigenen Büros und Felder, seine Mitarbeiter sind aber auch in Fabriken und bei Verkostungen zu finden. Die drei größten Organisationen für Premium-Cigarren auf Kuba sind Habanos S. A., TabaCuba und das Institut für Tabakforschung. Habanos ist wohlbekannt als der Kopf des internationalen Marketings und Vertriebs. TabaCuba führt die Fabriken und kauft Tabak von den Bauern. Was aber ist die Aufgabe des Instituts für Tabak?
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Habanos Day 2009Ein Crashkurs fürMöchtegern-Torcedores war nur eines von sieben Seminarangeboten, aus denen die Gäste beim Habanos Day 2009 wählen konnten. Lázaro Alberto García Peláez, jefe de galera in El Laguito, der Cohiba-Fabrik in Havanna, unterrichtete persönlich. Neben dem Rollerkurs stand eine ganze Reihe höchst interessanter Workshops auf dem Programm. Colin C. Ganley, Londoner Korrespondent des European Cigar Cult Journals und Verfasser der Kolumne Collectors Corner, referierte zum Thema „Habanos reifen lassen“. Im theoretischen Teil führte Ganley aus, dass sich die Reifelagerung von Havannas mit der von Wein vergleichen lasse. Weine werden runder, verlieren ihre Tannine, die Frucht bindet sich vollkommen ein. Von Tanninen, vor allem aber von Ammoniak spricht man auch bei der Cigarre. Letzterer verflüchtigt sich weitgehend bei der Fermentation. Geschieht dies nicht komplett, müffelt die Cigarrenkiste entsprechend beim Öffnen. _____
Italienische CigarrenkulturItalien ist bekannt für seine Kochkunst, dieWeine und seine Feinschmeckerkultur, aber in Sachen Cigarren war Italien nie führend.Das soll sich ändern. Inzwischen gibt esmindestens26ernstzunehmendeCigarrenclubs im ganzen Land. Deborah Zulueta von der Partagás-Fabrik in Kuba meinte dazu: „Ein Italiener raucht eine Cigarre, zwei Italiener sprechen über Cigarren, drei eröffnen einen Club.“ Die Gäste kamen aus Großbritannien, Irland, Frankreich, Schweden und sogar aus derKaribik zum AMICIgar Day III. Die Veranstaltung begann schwungvoll: „Frühankömmlinge“ trafen sich im Zentrum Neapels zur traditionellen Pizza mit Weinen aus der Region und einer Hoyo deMonterrey Edición Limitada 2003 Piramides. Gastfreundschaft wurde zelebriert, während sich die Teilnehmer ein Vergnügen daraus machten, erlesene Cigarren auszutauschen. Gereifte Saint Luis Reys und Ediciónes Limitadas der Marke Cohiba gab es gleich reichlich wie den Wein. _____
 
Neue Vintage Maduro von Santa DamianaUnter den wachsamen Augen von Master Blender José Seijas werden in der größten Manufaktur der Welt in La Romana, Dom. Rep., unter anderem auch Santa Damiana-Cigarren gerollt. Die Marke stammt ursprünglich aus Kuba und wird seit Mitte der 1990er-Jahre in der Dominikanischen Republik von Hand gerollt. Das Spektrum der Markenfamilie ist breit gefächert: nach der klassischen Linie aus dominikanischen Tabaken mit Connecticut-Deckblatt wurde eine H-2000-Serie (rot-goldener Cigarrenring) eingeführt, deren dominikanische und brasilianische Einlage viele Fans gefunden hat. Deck- und Umblatt der H-2000 stammen aus Nicaragua. Die feinwürzige Santa Damiana Selección Especial aus dominikanischen und nicaraguanischen Tabaken haben wir in unserer Ausgabe 1/2009 ausführlich vorgestellt. Die nunmehr vierte Serie der Dachmarke Santa Damiana, Vintage Maduro, zeichnet sich durch Connecticut Broadleaf- Deckblätter und Tabake aus vier weiteren Ländern aus.
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Hochprozentige FlaschenpostFür Martin Heim, Wolfgang Weimer und Frank Zimmermann ist die Passion der Motor ihres zeitintensiven Vorhabens. Im Sortiment ihrer Rum Company finden sich 500 verschiedene Rums. Ob Klassiker, ahrgangsrums, Exklusivserien oder limitierte Abfüllungen – der Besucher kommt beim Anblick der mit Flaschen vollgefüllten Regale aus dem Staunen nicht heraus. Rund 300 offene Flaschen stehen in der Degustationslounge, dem Kernstück des neuen Fachgeschäftes, für Verkostungen bereit. Eine derart große Auswahl findet man selten; sie eröffnet die perfekte Orientierungshilfe. 20 Clubsessel laden zum längeren Verweilen ein – gern auch in Begleitung einer Zigarre oder Pfeife. „Rum passt wie keine zweite Spirituose vor allem zur Cigarre“ finden die „drei Musketiere“ im Auftrag des Genusses.
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Flüssiges Gold – gebenWährend dieser zwei Tage schnuppern, schwenken und nippen 27 Preisrichter inklusive des Autors Spirituosen jeder Kategorie – Wodka, Gin, Single Malt und Blended Scotch, Tequila, Bourbon, Brandy, Cognac, Armagnac, Rum, Pisco, Cachaça und Likör. Zudem ist jeder in Kategorien wie Speyside Single Malt, Wheated Bourbon und so weiter eingeteilt. Es ist blinde Verkostung in ihrer reinsten Form; Aussehen, Aroma und Geschmack werden streng analysiert. Die Hersteller werden nie verraten. Die Spirituosen werden in nummerierten Riedel-Gläsern ohne zusätzliche Identifikation ausgeschenkt. Die Preisrichter werden in Teams aufgeteilt, um bestimmte Kategorien zu bewerten. Mit Brot, Käse, Milch und Bier wird zwischen den Verkostungen der Gaumen gereinigt.
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Rund um die ZeitNachlangen Rückzugsjahrendes Namensgebers und Meister seines Faches,Michel Parmigiani, debütierte erst imMai 1996 in Lausanne die ersteKollektion derMarke Parmigiani Fleurier. Sie basierte auf einer klaren, einprägsamen Philosophie: Geringe Stückzahlen, kunstfertige Handarbeit, feinste Qualität, höchste Detailtreue. Das gilt bis heute für jede Uhr, welche den Firmensitz an der Rue du Temple in Fleurier verlässt. Dass der Apfel in dieser Branche nicht weit vom Stamm fällt, beweist Anne Laure, die Tochter vonMichel Parmigiani. Sie hat den Beruf der Uhrmacherin von der Pike auf gelernt und assistiert ihrem Vater derzeit bei der Kreation eines tonneauförmigen Kalibers. Ob sie eines Tages vollständig in dessen Fußstapfen treten wird, vermag Anne Laure indessen nicht zu sagen. „Mein Vater ist noch nicht einmal sechzig Jahre alt. Und dann beginnt erst die wirklich große Zeit eines Uhrmachers.“
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Frische Formen, faire Preise20Jahre lang fuhr Peter Klein mit seiner Frau Annette mehrmals im Jahr nach Dänemark, und immer hatte er einen Traum: Nach der Rente dort ein kleines Häuschen kaufen und das Hobby zum Beruf machen. Als die beiden dann vor zwei Jahren einen renovierten Bauernhof zum Verkauf entdeckten, wurde der lang gehegte Wunsch unerwartet schnell wahr. Heute sitzt der Autodidakt in der lichtdurchfluteten, zur Werkstatt umgebauten Stallung und fertigt bis zu 400 Pfeifen pro Jahr, die über Otto & Kopp weltweit vertrieben werden. Das Gros der Pfeifengeht nach Deutschland (vor allem viele Zwei-Drittel-Filterpfeifen). Aber auch Händler in den USA, Malaysia und Japan haben Handmades by Peter Klein im Sortiment. „Für mich hat das den ganz praktischen Vorteil, dass ich mich voll und ganz auf die Produktion konzentrieren und den Vertrieb den Profis überlassen kann.“ Vorher verkaufte Peter Klein über seinen Freund Peter Heinrichs in Köln, zu dem er auch heute noch gute Verbindungen pflegt.
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